Im Auftrag des Planungsamts der Bundeswehr untersuchte der Verbund der Fraunhofer-Institute FKIE, FOKUS und IOSB prototypisch den Einsatz von Techniken der künstlichen Intelligenz (KI) am Beispiel der lehrgangsgebundenen Individualausbildung im Heer. Hierzu wurden mögliche Mehrwerte des Einsatzes von KI zur Optimierung der Ausbildung identifiziert und durch eine technische Erprobung verifiziert. Die Studie wurde von den drei Fraunhofer Instituten FKIE, FOKUS und IOSB für das Kommando Heer in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungskommando durchgeführt.
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Studien „KI in LMS“ und „KI LMS 2“
Die Studienreihe »KI LMS« zeigt in zwei aufeinander aufbauenden Phasen, wie Künstliche Intelligenz in Lernmanagementsystemen der Bundeswehr wirksam verankert werden kann. In der ersten Studie stand die grundlegende Machbarkeit im Mittelpunkt. Es wurde nachgewiesen, dass KI Lernprozesse in militärischen Kontexten nicht nur technisch unterstützen kann, sondern auch pädagogische Mehrwerte erzeugt. Dazu zählten erste Empfehlungssysteme, ein prototypischer Chatbot, adaptive Trainingsaufgaben und ein Dashboard für Lehrende. Diese Funktionen wurden in Lehrgängen an der Pionierschule in Ingolstadt erprobt und von den Teilnehmenden als hilfreich wahrgenommen, weil sie Orientierung schaffen, individuell ansprechen und die Arbeit mit digitalen Inhalten strukturieren.

Abbildung: Vorgehen in der Studie KI LMS 2
Die Folgestudie verlegte den Schwerpunkt auf die betriebsreife Nutzung in geschützten IT-Umgebungen‑. Hierfür wurde die Systemlandschaft modularer aufgebaut und erweitert. Die Common Learning Middleware verbindet die Lernplattformen mit KI-Diensten, einem Learning‑Record Store und Metadatenverwaltung und macht so aus einzelnen Prototypen ein zusammenspielendes System. Ergänzt wurden ein LLM-basierter Chatbot mit Quellenbezug, eine Anwendung zur Kompetenzanalyse, ein Einstiegsportal mit persönlichen Lernpfaden, visuelle Aufbereitungen für Learning Analytics sowie eine semantische Suche über Kursgrenzen hinweg. Das Ergebnis ist ein Gesamtansatz, der sowohl die Bedürfnisse der Lernenden und Lehrenden als auch die Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit‑ erfüllt und der in realen Lehrgangssituationen an der Unteroffiziersschule in Ingolstadt praktisch erprobt wurde.
Die Kernbotschaft der beiden Studien ist eindeutig. KI gestützte Unterstützung in Lernmanagementsystemen ist für die Bundeswehr realisierbar und sinnvoll. Sie lässt sich in bestehende Abläufe einbetten, sie stärkt die Kompetenzorientierung und sie ist so konstruiert, dass sie bei erhöhtem Schutzbedarf verantwortungsvoll betrieben werden kann. Gleichzeitig ist der Ansatz übertragbar. Er eignet sich für weitere Standorte und lässt sich auch auf andere regulierte Bildungsbereiche adaptieren.