Im Auftrag des Planungsamts der Bundeswehr untersuchte der Verbund der Fraunhofer-Institute FKIE, FOKUS und IOSB prototypisch den Einsatz von Techniken der künstlichen Intelligenz (KI) am Beispiel der lehrgangsgebundenen Individualausbildung im Heer.
Die Forschungsstudie „KI in LMS“ wurde von 2020 bis 2023 durchgeführt und untersuchte den prototypischen Einsatz von KI in Lernmanagementsystemen an der Pionierschule in Ingolstadt. Darauf aufbauend wurde von 2024 bis 2025 im Folgeprojekt „KI LMS 2 (mil.)“ der Einsatz von KI in Lernmanagementsystemen mit militärischen Inhalten und geschützter IT-Infrastruktur an der Unteroffiziersschule (USH) in Delitzsch untersucht.
Mit dem Projekt „KILU – Künstliche Intelligenz in Lernumgebungen“ (2026 bis 2029) befinden wir uns aktuell in der dritten Studienphase. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die KI-Funktionalitäten ausbildungseinrichtungs- und streitkräfteübergreifend skaliert werden können und wie mithilfe von KI der technischen, organisatorischen und personellen Heterogenität in der Individualausbildung der Bundeswehr begegnet werden kann.
Hierzu wurden und werden mögliche Mehrwerte des Einsatzes von KI zur Optimierung der Ausbildung identifiziert und durch eine technische Erprobung verifiziert. Die Studien werden von den drei Fraunhofer Instituten FKIE, FOKUS und IOSB für das Kommando Heer in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungskommando durchgeführt.
Auf dieser Website informieren wir Sie über Ablauf, Inhalte und Ergebnisse der abgeschlossenen Studien „KI in LMS“ und „KI LMS 2“. Nutzen Sie die Reiter in der Navigationsleiste, um tiefer in die einzelnen Themengebiete der Studie einzusteigen. Bei Rückfragen oder Unklarheiten, kontaktieren Sie uns gern.
Studien „KI in LMS“ und „KI LMS 2“
Die Studienreihe »KI LMS« zeigt in zwei aufeinander aufbauenden Phasen, wie Künstliche Intelligenz in Lernmanagementsystemen der Bundeswehr wirksam verankert werden kann. In der ersten Studie stand die grundlegende Machbarkeit im Mittelpunkt. Es wurde nachgewiesen, dass KI Lernprozesse in militärischen Kontexten nicht nur technisch unterstützen kann, sondern auch pädagogische Mehrwerte erzeugt. Dazu zählten erste Empfehlungssysteme, ein prototypischer Chatbot, adaptive Trainingsaufgaben und ein Dashboard für Lehrende. Diese Funktionen wurden in Lehrgängen an der Pionierschule in Ingolstadt erprobt und von den Teilnehmenden als hilfreich wahrgenommen, weil sie Orientierung schaffen, individuell ansprechen und die Arbeit mit digitalen Inhalten strukturieren.

Abbildung: Vorgehen in der Studie KI LMS 2
Die Folgestudie verlegte den Schwerpunkt auf die betriebsreife Nutzung in geschützten IT-Umgebungen‑. Hierfür wurde die Systemlandschaft modularer aufgebaut und erweitert. Die Common Learning Middleware verbindet die Lernplattformen mit KI-Diensten, einem Learning‑Record Store und Metadatenverwaltung und macht so aus einzelnen Prototypen ein zusammenspielendes System. Ergänzt wurden ein LLM-basierter Chatbot mit Quellenbezug, eine Anwendung zur Kompetenzanalyse, ein Einstiegsportal mit persönlichen Lernpfaden, visuelle Aufbereitungen für Learning Analytics sowie eine semantische Suche über Kursgrenzen hinweg. Das Ergebnis ist ein Gesamtansatz, der sowohl die Bedürfnisse der Lernenden und Lehrenden als auch die Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit‑ erfüllt und der in realen Lehrgangssituationen an der Unteroffiziersschule in Ingolstadt praktisch erprobt wurde.
Die Kernbotschaft der beiden Studien ist eindeutig. KI gestützte Unterstützung in Lernmanagementsystemen ist für die Bundeswehr realisierbar und sinnvoll. Sie lässt sich in bestehende Abläufe einbetten, sie stärkt die Kompetenzorientierung und sie ist so konstruiert, dass sie bei erhöhtem Schutzbedarf verantwortungsvoll betrieben werden kann. Gleichzeitig ist der Ansatz übertragbar. Er eignet sich für weitere Standorte und lässt sich auch auf andere regulierte Bildungsbereiche adaptieren.